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Werdegang im Arbeitszeugnis

Arbeitszeugnis selbst erstellen - der Positionsverlauf

Wenn Sie ein Arbeitszeugnis schreiben möchten, muss dieses alle Informationen enthalten, die für einen zukünftigen Arbeitgeber interessant sein können bzw. die zu einer Einstellung führen könnten. Daher muss Ihr Werdegang konkret, das heißt tagesgenau, abgebildet werden. Auch wenn Sie heute eine leitende Stelle innehaben kann es für den Leser wichtig zu wissen sein, welche Berufserfahrungen Sie auch in anderen Positionen gesammelt und wie Sie sich weiterentwickelt haben.

 

Wie viele und welche Positionen Sie auflisten sollten:

Es ist üblich, die 2 bis 3 letzten Positionen ausführlich zu beschreiben. Umfassten die Stellen viele Aufgaben, ist eine Auflistung mit Bullet-Points am übersichtlichsten. Wenn Sie zuvor noch andere Stellen innehatten, reißen Sie diese nur kurz an und beschreiben Sie die 2 bis 4 wichtigsten Tätigkeiten, etwa in einem Fließtext. Berücksichtigen Sie dabei auch die relevanten Zeiträume; eine Position die Sie vor 10 Jahren nur kurz ausgeübt haben ist nicht so relevant wie eine Tätigkeiten über 5 Jahre, die Sie von 2 Jahren noch innehatten.

 

Wichtig: Warum haben Sie gewechselt?

Nennen Sie auch Gründe, warum Stellenwechsel erfolgt sind. Haben Sie sich selbst intern auf eine andere Stelle beworben, oder wurden Sie versetzt? Hatten Sie verschiedene gleichwertige Positionen, oder sind Sie kontinuierlich in höhere Funktionen befördert worden und haben damit mehr Verantwortung übernommen?

 

Keine Beurteilung im Werdegang!

Wichtig: Die Positionsbeschreibung ist immer neutral, das heißt, ohne Beurteilung, ob Sie gut oder schlecht gearbeitet haben.

 

Ein Positionsverlauf mit 3 Stellen könnte zum Beispiel so aussehen:

 

Frau Mustermann war zunächst als Telefonistin am Empfang in unserem Unternehmen tätig. In dieser Funktion war sie für die Betreuung unserer Besucher, die Ausgabe von Parkerlaubnissen sowie die Annahme und Weiterleitung von Telefonanrufen verantwortlich.

 

Am „Datum“ übernahm sie nach eigener Bewerbung die Funktion als Schreibkraft im Büro des Geschäftsführers. Neben dem Verfassen von Texten nach Diktat und Vorlage war Frau Mustermann hier für folgende Aufgaben verantwortlich:

  • Kassenführung
  • Ablage
  • Erstellung von Übersichten und Berechnungen
  • Postbearbeitung
  • Bestellung von Büromaterial

 Aufgrund ihrer überzeugenden Leistungen beförderten wir Frau Mustermann nach dem Ausscheiden der bisherigen Chefsekretärin am Datum zur Assistentin des Geschäftsführers. Ihr Verantwortungsbereich umfasste hier folgende Schwerpunkte:

 

  • Büromanagement und -organisation
  • Empfang und Betreuung von Besuchern
  • Reiseplanung und Abrechnung von Reisekosten
  • Vorbereitung von Besprechungen und Meetings
  • Vorbereitende Buchhaltung für den Steuerberater
  • Schreiben von Rechnungen, Zahlungserinnerungen und Mahnungen
  • Korrespondenz in deutscher, englischer und französischer Sprache

Wichtig ist bei der Beschreibung des Positionsverlaufes, dass der Leser einen umfassenden Einblick in Ihre Berufserfahrung erhält. Denn nur so kann er Ihren Werdegang und Ihre Kompetenzen in den unterschiedlichen Aufgabenbereichen beurteilen. In dem hier beschriebenen Beispiel erkennt der Leser auf einen Blick die Entwicklung der Arbeitnehmerin.

  

Unser Tipp: Gleichen Sie Ihren Werdegang mit den Daten in Ihrer Personalakte ab und prüfen Sie auch, ob die Angaben in Ihrem Arbeitszeugnis mit Ihrem Lebenslauf übereinstimmen. Dagegen sollten Sie keinesfalls Ihren Werdegang aus Ihrem Lebenslauf 1:1 in Ihr Arbeitszeugnis übertragen. Denn auch wenn viele Arbeitnehmer ihr Arbeitszeugnis selbst schreiben dürfen, sollte nicht der Eindruck erweckt werden, als stamme der Text aus Ihrer Feder.